The Dance of Dead Souls (Installation)
An der Küste und in der Wüste von La Guajira, einer Region in der Karibik an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela, lädt eine Wayuu-Künstlerin eine:n queere:n Künstler:in ein, ein Kunstwerk zu schaffen, das über ihre Identitäten hinausgeht. Die von ihnen gemeinsam geschaffene Installation verschränkt Körper, Tanz und Territorium. In diesem Prozess wird die mündliche Erinnerung durch Bilder enthüllt, die das Fantastische und Futuristische mit dokumentarischen und performativen Elementen verbinden. Die Installation bringt Video und uralte Webtechniken der Wayuu zusammen und verwandelt den Chinchorro (Wayuu-Hängematte) und die Fique-Faser in visuelle Leinwände.
Hintergrund
Die Installation kombiniert Video- und traditionelle Webtechniken der Wayuu und verwandelt den Chinchorro (eine Wayuu-Hängematte) sowie die Fique-Faser in visuelle Leinwände. Ziel der Installation ist es, das Kino zu dekolonisieren und es von herkömmlichen Projektionen auf Leinwänden zu befreien. Indem traditionelle Formate in Frage gestellt werden, wird das Bild neu interpretiert, indem es auf symbolische Oberflächen wie den traditionellen Wayuu-Chinchorro und Fique projiziert wird. Dadurch kann sich das koloniale Bild von hegemonialen Perspektiven lösen und den Grenzen eines zweidimensionalen Formats entkommen. Dieser Bruch mit vertrauten Texturen ist nicht nur ästhetisch, sondern auch ein Akt kultureller Resilienz, der zu neuen Arten des Sehens und Erlebens von Kino einlädt – tief verwurzelt in Identität, Utopie, Territorium sowie indigenem und queeren Gedächtnis.
Traditionelle Erzähltechniken wie das Weben werden so mit zeitgenössischen Formen des Erzählens, wie dem Video, verbunden, um die binäre Trennung von Handwerk und Kunst kritisch zu hinterfragen. Das Stück soll nicht nur betrachtet, sondern direkt aus dem Inneren des Chinchorro erlebt werden, während man darin liegt. Aus diesem Grund wird das Publikum eingeladen, sich im Chinchorro hinzulegen.
Originaltitel: LA DANZA DE ALMAS MUERTAS
Internationaler Titel: THE DANCE OF DEAD SOULS
Konzept & Regie: Simon(e) Paetau & Elizabeth Pirela
Performance von: Simon(e) Jaikiriuma Paetau
Produziert von: Elizabeth Pirela (Maiitui Films) und Laura Paetau & Simon(e) Jaikiriuma Paetau (Atelier Lapaetau)
Koproduziert von: Kristina Konrad (Weltfilm)
Produktionsländer: Deutschland, Schweiz, Kolumbien, Venezuela
Jahr: 2024
Länge: 30:00 Minuten
Sprache: Keine Dialoge
Genre: Multimedia-Installation
Auswahl von Festivals, Ausstellungen & Auszeichnungen
Shedhalle Zürich, ProtoZone16: Hallucinogenesis
Credits
Künstlerische Leitung: ELIZABETH PIRELA & SIMON(E) JAIKIRIUMA PAETAU | Produziert von: MAIITUI FILMS – ELIZABETH PIRELA & ATELIER LAPAETAU – LAURA PAETAU & SIMON(E) JAIKIRIUMA PAETAU | Co-produziert von: WELTFILM – KRISTINA KONRAD | Kameraführung: ELISABETH PIRELA | Performance von: SIMON(E) JAIKIRIUMA PAETAU | Szenenbild: CHRISTIAN KÜLLMEI | Kostümdesign: MOISÉS ACOSTA, CHRISTIAN KÜLLMEI, ELIZABETH PIRELA, SIMON(E) JAIKIRIUMA PAETAU | Dramaturgie: LAURA PAETAU | Ausführende Produktion: NESTOR URIANA | 1. Kameraassistenz: JARLEN HERRERA URIANA | Produktionsassistenz: LUIS HERRERA URIANA, IMANOL CORONADO ARPUSHANA | Standfotografie: JAIRO SIJUNA IPUANA | Schnitt: ELIZABETH PIRELA & SIMON(E) JAIKIRIUMA PAETAU | Sounddesign: RUBÉN VALDES | Musik: EL LEÓN DEL SOL VON ROYAL DUST FEAT. AÉREA NEGROT | Postproduktion & Farbkorrektur: MARTIN BACKHAUS | Flyer-Design: CAMILO ACOSTA | Vertrieb: LUCÍA GONZÁLEZ GARCÍA
Mit freundlicher Unterstützung von Weltfilm – Kristina Konrad, Shedhalle, Südkulturfonds, der Ilse-Augustin-Stiftung & der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin.